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Fledermäuse leiden in Rheinland-Pfalz unter der
extremen Witterung
Das Jahr 2010 begann für Fledermäuse bereits
schlecht. Der lange, harte Winter hat viele
Fledermäuse in ihrem Winterschlaf an die Grenzen
ihrer Fettreserven gebracht. Einige, die bereits im
letzten Herbst unter schlechten Konditionen die
Winterquartiere gezogen hatten, haben diesen
extremen Winter nicht überlebt. „Bei unseren
Kontrollen der Winterquartiere haben wir noch nie so
viele tote, ausgezehrte Fledermäuse gefunden wie in
diesem Jahr“ berichtet der Projektleiter Dr. Andreas
Kiefer des NABU-Naturschutzgroßprojektes „Mayener
Grubenfeld“ des NABU Rheinland-Pfalz, bei dem es um
den Schutz der bedeutendsten Winterquartiere für
Fledermäuse in Deutschland geht.
Doch auch im Frühjahr konnten die Fledermäuse durch
die kalte und nasse Witterung bis Mitte Mai dieses
Defizit kaum ausgleichen. Die kalte Witterung und
der häufige nächtliche Regen boten den Tieren meist
nicht genügend Nahrung, die sie in dieser Zeit
besonders nötig hatten. Denn Insekten, die Nahrung
der heimischen Fledermäuse, entwickeln sich bei
kalten Temperaturen langsamer und sind bei
regnerischem Wetter seltener unterwegs.
Besonders im Frühjahr und Frühsommer sind
Fledermäuse auf ausreichend Nahrung angewiesen. Denn
nach dem Winterschlaf beziehen die Weibchen die
Sommerquartiere, die sogenannten Wochenstuben, in
denen sie meist Mitte Juni ihre Jungen zur Welt
bringen. Während ihrer Trächtigkeit benötigen die
Tiere ausreichend Nahrung, damit sich das Ungeborene
gut entwickeln kann. „In diesem Frühjahr kam es
allerdings durch die schlechte Witterung in einigen
Wochenstuben häufig zu Fehl- und Totgeburten, da die
Tiere durch den Nahrungsmangel Energie einsparen
mussten“. Diese Beobachtung machte Dr. Andreas
Kiefer bei seinen Wochenstubenkontrollen Mitte Mai.
Diese Vorzeichen ließen für den diesjährigen
Reproduktionserfolg nichts Gutes erahnen. Doch
anders als erwartet hat nun der warme, trockene
Sommer die schlechten Witterungsverhältnisse von
Anfang des Jahres wieder wettgemacht. Die Jungtiere,
die bei den meisten heimischen Fledermausarten Mitte
Juni geboren werden, sind in guter Kondition und
entwickeln sich schnell.
Die Wochenstuben, die die Fledermäuse im Sommer
bilden, bestehen ausschließlich aus den Weibchen und
können je nach Art sehr unterschiedliche Dimensionen
annehmen. Von wenigen weiblichen Tieren in
Baumhöhlen oder Nistkästen bis hin zu mehreren
Tausend Mausohren in Kirchendachböden ist bei den
verschiedenen Fledermausarten alles möglich.
Wochenstuben an Privathäusern umfassen jedoch meist
nicht mehr als 50 bis 100 Tiere, bei denen es sich
meistens um Zwergfledermäuse handelt. Sie verstecken
sich in kleinen Ritzen in Fassadenverkleidungen oder
zwischen dem Firstbalken des Dachs und der Hauswand
und richten somit auch in der Regel keinen Schaden
am Gebäude an. Sobald die Jungtiere im Alter von 6
bis 8 Wochen flugfähig sind, gehen sie bereits
selbst auf Erkundungstouren und auf nächtliche
Insektenjagd. Dann lösen sich auch langsam Ende Juli
bis Mitte August die Sommerquartiere der Fledermäuse
auf.
Während dieser Zeit lassen sich Fledermäuse
besonders gut beobachten. Dann finden auch
zahlreiche Fledermausveranstaltungen statt. Im
Rahmen der 14. Europäischen Fledermausnacht, die
traditionell am letzten Wochenende im August
stattfindet, kann man auch in diesem Jahr wieder die
Gelegenheit nutzen, etwas über Fledermäuse bei
zahlreichen Veranstaltungen zu erfahren.
Informationsveranstaltungen, Vorträge,
Fledermausfeste oder Exkursionen laden in vielen
Städten auch in diesem Sommer wieder Besucher von
nah und fern ein, diese spannenden, nachtaktiven
Flugkünstler zu erleben.
Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie
unter :
http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/batnight/termine/
Wer sich über die „Flugkünstler der Nacht“ jetzt
schon informieren möchte, kann die gleichnamige
farbige Broschüre (Din A 5, 24 Seiten) – auch mit
Bauanleitung für einen Fledermaus-Nistkasten - gegen
Einsendung von 5 Briefmarken á 55 Cent bestellen
beim
NABU Rheinland-Pfalz, Postfach 1647, 55006 Mainz
Wenn Sie Fragen haben, stehen Ihnen die
Fledermausexperten
Dr. Andreas Kiefer und Dr. Saskia Wöhl gerne zur
Verfügung: Tel. 02652/55 70 69, Handy: 0176/23 534
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