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Der Pirol (Oriolus oriolus)
Die großflächige Zerstörung früherer Flußauenlandschaften und
anderer alter Laubwälder, haben den farbenprächtigen Pirol
hierzulande zu einer recht seltenen Erscheinung werden lassen.
Viele Menschen haben den mit seinem zitronen- bis goldgelben
Gefieder scheinbar so auffallenden Pirol noch nie in der freien
Natur gesehen. Meist hält er sich im Laubdach höherer Bäume
versteckt. So schwer wie man den scheuen, etwa amselgroßen (24
cm groß und 70 g schwer) Vogel zu sehen bekommt, so deutlich
kann man seinen flötenden didlioh Ruf hören. Flügel und Schwanz
des adulten Männchens sind schwarz mit gelbem Ansatz bzw.
Außenrand, Schnabel und Auge rot. Erwachsene Weibchen dagegen
sind gelbgrün bis grau mit gelben Unterschwanzdecken sowie
gelber äußerer Schwanzspitze. Sein charakteristischer Ruf, das
flötende didlioh, ist weit bekannt. Bei Störung oder Erregung
ist eine heiseres wiächt oder chräi zu hören, fühlt er sich
angegriffen ein hohes gickgickgick. Im Flug ruft der Pirol
spechtartig scharf und meist zweisilbig jick-jick. Die Nahrung
des Pirols besteht hauptsächlich aus Insekten, insbesondere aus
deren Larven. Zeitweise frisst er auch Früchte wie z.B.
Kirschen. Der Pirol ist ein Charaktervogel lichter Auenwälder,
Bruchwälder und gewässernaher Gehölze. Ebenso zählen Laub-,
Misch- und Nadelwälder, sowie Parks, große Gärten, Friedhöfe,
Streuobstwiesen, hohe Obstbäume, Windschutzgürtel und Alleen zu
seinen Brutgebieten, wo er sich überwiegend im Kronendach
höherer Bäume aufhält.
Auf dem Zug in sein
afrikanisches Überwinterungsgebiet findet man ihn außerdem in
Wein- und Olivenplantagen, in Oasen und im Hochgebirge. Der
Pirol baut sein napfförmiges Nest bevorzugt in hohen Astgabeln
von Laubbäumen und beginnt Ende Mai mit seiner Jahresbrut. Das
Gelege besteht aus 3 bis 5 hellen Eiern . Die Brutdauer
beträgt 13 bis 18 Tage, die Nestlingsdauer 14 bis 20 Tage.
Häufig sind die Jungen noch nicht voll flugfähig, wenn sie das
Nest verlassen. |
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